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Wohlverhalten
Du hast vielerlei Möglichkeiten, deine Kinder zu dem von dir erwünschten Verhalten zu veranlassen. Du kannst sie zwingen, ihnen zureden und sie bestechen. Du kannst sie manipulieren, überlisten und überreden. Du kannst an ihr Schamgefühl, ihr Gewissen und ihre Vernunft appellieren. Das alles wird auf dich zurückfallen, und du wirst nichts als Konflikte ernten.
Achte lieber auf dein eigenes Handeln. Lerne, Zufriedenheit in dir selbst zu finden. Entdecke Frieden und Liebe in allem, was du tust. Damit bist du genug beschäftigt. Du brauchst keinen anderen Menschen zu manipulieren.
Gelingt es dir, auch nur ein klein wenig von deiner ständigen Sucht nach Kontrolle loszulassen, wirst du auf ein erstaunliches Paradoxon stossen. Was du vorher erzwingen wolltest, entsteht nun auf natürliche Weise. Die Menschen um dich herum verändern sich plötzlich. Deine Kinder legen von sich aus ein angemessenes Verhalten an den Tag und haben Freude dabei. Das Lachen kehrt zu euch allen zurück.
William Martin (aus Das Tao Te Kind für Eltern)

Nichts kann den Menschen mehr stärken, als das Vertrauen das man ihm entgegenbringt.
Paul Claudel

Die Tränen, die nicht herauskönnen, lagern sich auf dem Herzen ab; nach und nach bilden sie eine Kruste und legen das Herz lahm.
Susanna Tamaro

 

Am schlimmsten ist es, wenn die Schule mit Furcht, Zwang und künstlicher Autorität arbeitet. Solche Behandlung vernichtet das gesunde Lebensgefühl, die Aufrichtigkeit und das Selbstvertrauen des Schülers. Sie erzeugt den unterwürfigen Untertan. Es ist einfach, die Schule von diesem schlimmsten aller Übel frei zu halten: Man gibt dem Lehrer möglichst wenig Zwangsmittel in die Hand. Dann sind die einzige Quelle des Respekts der Schüler gegenüber dem Lehrer dessen menschliche und intellektuelle Qualitäten.
Albert Einstein

Habe Geduld gegen alles Ungelöste in deinem Herzen und versuche, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.
Forsche jetzt nicht nach Antworten, die dir nicht gegeben werden können, weil du sie nicht leben kannst und es hadelt sich darum alles zu leben.
– Lebe jetzt die Fragen – vielleicht lebst du dann allmählich ohne es zu merken in die Antwort hinein.
Rainer Maria Rilke

Ganz ohne Zwang
Starke Eltern brauchen ihre Kinder nicht zu drängen und zu nötigen. Schwache Eltern schubsen und stossen, schreien und schlagen und haben dennoch keinerlei Macht.
Wird Kindern Wohlverhalten abverlangt, ohne dass sie aus einem Quell der Güte schöpfen können, ist nichts gewonnen.
Wird Kindern Religion in Form von äusserlichen Ritualen und dogmatischem Glauben vermittelt, entsteht nichts als Leere.
Weise Eltern wissen, dass ihre Kinder einen freien Geist und eine Gutheit in sich tragen, die nicht hervorgezwungen werden müssen, sondern nur gehegt und gepflegt.
Lass dich nicht beirren wenn das Verhalten deiner Kinder böse oder unmoralisch zu sein scheint. Das ist nicht ihre wahre Natur. Mit Willenskraft kannst du sie nicht verändern. Indem du Zwang ausübst, machst du alles nur noch schlimmer. Würdest du deine Erwartungen loslassen, damit Frieden in dir einkehren kann – was würden deine Kinder dann sehen?
William Martin (aus Das Tao Te Kind für Eltern)

Zwangsunterricht tötet den Willen zu unabhängigem Lernen. Menschen sind neugierig und bestrebt, in ihren Lernerfahrungen einen Sinn zu erkennen. Nur wenn der Einzelne persönlich verantwortet, was er lernt, wird die Entfremdung des Lernens vom Leben überwunden.
Ivan Illich

Wer mir sagt: «Meinem Kind machen die Zeugnisse nichts aus!», der sagt mir nur: «Es ist schon ihr Opfer geworden.» Die pädagogische Reform der Leistungsbewertung fordert mehr Mühe, eine höhere Kunstfertigkeit, eine strengere Verantwortung. Wer solche Wege für nicht gangbar hält, der lässt nicht nur diese – gemessen an den Weltproblemen – kleine pädagogische Aufgabe ungelöst. Der gibt auch den Glauben an das Überleben einer freien – nämlich aus der freien Vernunft der Bürger bestimmten – Gesellschaft auf.
Hartmut von Hentig

Man darf um keinen Preis die Gegenwart der Kinder irgendeiner Zukunft opfern.
Friedrich Schleiermacher

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
afrikanisches Sprichwort

Erziehung sollte ein Prozess sein, der jedem hilft, seine Einmaligkeit zu erkennen.
Leo Buscaglia

Wenn wir an einem Kind etwas ändern wollen, sollten wir zuerst prüfen, ob es sich nicht um etwas handelt, das wir an uns ändern müssen.
Carl Gustav Jung (1875 – 1961), Schweizer Psychoanalytiker und Philosoph

Alle Kinder haben die märchenhafte Kraft, sich in alles zu verwandeln, was immer sie sich wünschen.
Jean Cocteau (1889 – 1963), französischer Schriftsteller, Filmregisseur und Grafiker

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Es sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
und obwohl sie mit euch sind,
gehören sie euch nicht.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein,
aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben, läuft nicht rückwärts,
noch verweilt es beim Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Khalil Gibran (1883 – 1931), US-amerikanischer Maler und Dichter, syrischer Herkunft

Die Welt entwickelt sich. Was gestern falsch war, kann morgen richtig sein.
unbekannt

Der Gärtner befahl einen Entwicklungssprung und zog an den Pflanzen.
Manfred Hinrich (*1926), Dr. phil., deutscher Philosoph, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller

Allein die Möglichkeit, dass ein Traum wahr werden könnte, macht das Leben lebenswert.
Paulo Coelho, lateinamerikanischer Schriftsteller

Niemand wird kultiviert, sondern jeder hat sich selbst zu kultivieren. Alles bloss leidende Verhalten ist das gerade Gegenteil der Kultur! Bildung geschieht durch Selbsttätigkeit und zweckt auf Selbsttätigkeit ab.
J. G. Fichte

Erkläre mir, und ich vergesse. Zeige mir, und ich erinnere. Lass es mich tun, und ich verstehe. Konfuzianische Weisheit

Wüchsen die Kinder fort, wie sie sich andeuten, wir hätten lauter Genies.
Goethe

Kinder stecken voller Ideen. Aber nach ein paar Schuljahren ist es vorbei damit, weil man sie in ein Korsett presst, das ihnen nicht liegt.
Artur Fischer, Erfinder (Fischer Technik)

Der Mensch, wenn er werden soll, was er sein muss, muss als Kind sein, und als Kind tun, was ihn glücklich macht.
Johann Heinrich Pestalozzi

Kinder wollen tätig sein, nicht beschäftigt werden.
Selber schaffen schafft Selbstvertrauen.
Jürg Jegge

Wer Fehler finden will, findet sie auch im Paradies.
Henry David Thoreau

Lernen kann man stets nur von demjenigen, der seine Sache liebt, nicht von dem, der sie ablehnt.
Max Brod

Man hilft den Menschen nicht, indem man für sie tut, was sie für sich selbst tun können.
Abraham Lincoln

Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten.
Friedrich Schiller

Hoffnung, nicht Furcht, ist das schöpferische Prinzip in menschlichen Dingen.
B. E. Russel

Man kann Bücher verschlingen. Doch kriegt man davon immer mehr Hunger.
unbekannt

Wenn man viel hineinzustecken hat, so hat ein Tag hundert Taschen.
Friedrich Nietzsche

Guter Rat ist wie Schnee. Je leiser er fällt, desto länger bleibt er liegen.
Sprichwort aus Finnland

Du bist die Aufgabe.
Franz Kafka

Nirgends wird verlangt, dass man den Gipfel an der schwierigsten Stelle ersteigen muss.
Armin Riesen

Ein offener Kopf, eine offene Hand und ein offenes Herz werden überall auch eine offene Tür finden.
M. Bardach

Die Aufgabe der Umgebung ist es nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.
Maria Montessori

Vertraue den Kindern, höre ihnen zu, lerne, ihr inneres Leben zu teilen. Sie werden dir in schwierigen Situationen riesige Flügel verleihen.
Tibetisch

In Wirklichkeit trägt das Kind den Schlüssel zu seinem rätselhaften individuellen Dasein von allem Anfang in sich. Es verfügt über einen inneren Bauplan der Seele und über vorbestimmte Richtlinien für seine Entwicklung. Das alles aber ist zunächst äusserst zart und empfindlich, und ein unzeitgemässes Eingreifen des Erwachsenen mit seinem Willen und seinen übertriebenen Vorstellungen von der eigenen Machtvollkommenheit kann jenen Bauplan zerstören oder seine Verwirklichung in falsche Bahnen lenken. Maria Montessori

Das Kleinkind weiss, was das beste für es ist. Lasst uns selbstverständlich darüber wachen, dass es keinen Schaden leidet. Aber statt es unsere Wege zu lehren, lasst uns ihm Freiheit geben, sein eigenes Leben nach seiner eigenen Weise zu leben. Dann werden wir, wenn wir gut beobachten, vielleicht etwas über die Wege der Kindheit lernen.
Maria Montessori

Die grösste Schwierigkeit, die das aktive System für uns Erwachsene mit sich bringt, ist die Forderung, die Kinder heute so leben zu lassen, wie sie wirklich sind. Nur in dem Mass, in dem wir gewillt sind, auf unseren Füssen zu stehen, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen, können wir diesen Prozess bei den Kindern nicht nur ohne Angst erlauben, sodnern ihn durch unsere eigene Erfahrung unterstützen.
Rebeca Wild

Bei allem, was man dem Kind beibringt, hindert man es daran, es selbst zu entdecken.
Jean Piaget

Wesentlich ist, dass das Kind möglichst viele Dinge selbst entdeckt. Wenn wir ihm bei der Lösung aller Aufgaben behilflich sind, berauben wir es gerade dessen, was für seine geistige Entwicklung das Wichtigste ist. Ein Kind, das durch selbständige Experimente etwas erreicht, erwirbt ein ganz andersartiges Wissen als eines, dem die Lösung fertig geboten wird.
Emmi Pikler

Die Geburt ist nicht ein augenblickliches Ereignis, sondern ein dauernder Vorgang. Das Ziel des Lebens ist es, ganz geboren zu werden und seine Tragik, dass die meisten von uns sterben, bevor sie ganz geboren sind. Zu leben bedeutet, jede Minute geboren zu werden. Der Tod tritt ein, wenn die Geburt aufhört.
Erich Fromm

Die harmonische Entfaltung von Kindern ist ein natürlicher und darum langsamer Prozess. Unsere Aufgabe ist es, die rechten Bedingungen dafür zu schaffen, daber nicht, den Prozess zu beschleunigen. Bringen wir es als Erwachsene fertig, diese inneren Prozesse nicht durch unsere Ungeduld zu stören, sondern ihnen den nötigen Nährstoff zu liefern, so lernt das Kind auf eigenen Füssen zu stehen und nicht sein Leben lang von äusserer Führung abhängig zu sein.
Rebeca Wild

Wie das Kind ist auch der Weise jemand, der über alles staunen kann.
Tibetisch

Ohne Netz

Man sollte Kinder
lehren
ohne Netz
auf einem Seil zu tanzen
bei Nacht allein
unter freiem Himmel zu schlafen
in einem Kahn
auf das offene Meer hinaus zu rudern

Man sollte sie
lehren
sich Luftschlösser
statt Eigenheime zu erträumen
nirgendwo sonst
als nur im Leben zu Hause zu sein
und in sich selbst
Geborgenheit zu finden

H.H. Dreiske

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