Pädagogik

Unsere pädagogischen Grundsätze:

Bildung
Wir begleiten und fördern die Kinder während der Lernzeiten und Freiarbeitszeiten individuell beim Erreichen unserer Bildungsziele auf allen Stufen. Wir berücksichtigen und unterstützen dabei ihre persönlichen Stärken, ihr Lerntempo und ihre Art, Wissen aufzunehmen.
Wir bieten den Kindern viele erprobte Hilfsmittel (didaktisches Material, Lernprogramme, Lernmethoden, Arbeiten in Gruppen und einzeln) an, damit sie das Gelernte begreifen, vertiefen und anwenden können. Ziel ist es, das individuelle Potential auszuschöpfen.
Wir regen die Kinder an, selber Fragen zu stellen und Antworten zu suchen. Dazu gehört auch das Erforschen der Wirklichkeit ausserhalb der Schule, das Experimentieren im naturwissenschaftlichen Bereich, das Herstellen von Gegenständen und Modellen, die Organisation von Anlässen, sich ausdrücken im Theaterspiel oder im kreativen Bereich, sich auseinandersetzen mit Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur.
Wir legen besonderen Wert auf die Bildung der Persönlichkeit der Kinder. Während der Jahre, die sie in der Tagessschule Schwyz leben und lernen, geben wir ihnen Instrumente mit, damit sie als Erwachsene selbständig, verantwortungsbewusst, selbst- und sozialkompetent handeln.
In diesem entspannten Lernumfeld ist die Motivation zum selber tätig sein, und die Bereitschaft, neues zu lernen, sehr hoch. Die Kinder fühlen sich respektiert, sie sind neugierig und ihre Leistungsbereitschaft ist gross.

Betreuung
Wir nehmen die Kinder in ihrer Persönlichkeit an und begleiten sie beim Meistern des Alltags.
Wir unterstützen die Kinder darin, täglich selbständiger zu werden, und Verantwortung für sich und ihre Umwelt zu übernehmen.
Wir sorgen für das leibliche Wohl der Kinder und stellen ihnen eine Betreuung von Montag bis Freitag, 07.30 – 17.30 Uhr  zur Verfügung.
Wir geniessen das Zusammensein mit den Kindern, nehmen Anteil an ihrem Leben und freuen uns an ihrer Entwicklung. Es herrscht eine liebevolle und familiäre Atmosphäre, in der offen, ehrlich und herzlich miteinander umgegangen wird.

Beziehung
Wir pflegen intensive Beziehungen zu den Kindern und zeigen Interesse an ihrer Persönlichkeit, ihren Fähigkeiten und ihrer Entwicklung.
Wir legen besonderen Wert auf die Entfaltung von sozialen und emotionalen Fähigkeiten in der Gruppe.
Wir stehen in engem Kontakt mit den Eltern, haben ein offenes Ohr für ihre Anliegen und tauschen unsere Beobachtungen über die Kinder regelmässig aus.
Wir organisieren jährliche mehrere gemeinsame Anlässe, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und unsere Beziehungen zu vertiefen.

Unser pädagogischer Hintergrund
Die Tagesschule Schwyz orientiert sich in ihrer Arbeit an den Erfahrungen und Erkenntnissen bekannter PädagogInnen, PsychologInnen und ÄrztInnen:

Maria Montessori (1870-1952)
Die italienische Ärztin, Reformpädagogin, Philosophin und Philanthropin entwickelte die Montessori-Pädagogik. „Hilf mir, es selbst zu tun“ war ihr Leitsatz und zeigt ihr Bestreben, die Kinder möglichst selbständig agieren zu lassen.
Ihr Verständnis des Kindes stellt die Selbsttätigkeit in einer vorbereiteten Umgebung und das Lernen aus eigenem Antrieb in den Vordergrund. Die schöpferischen Kräfte des einzelnen Kindes sollen aktiviert werden, und das eigens hierfür konstruierte didaktische Arbeitsmaterial soll die Kinder dazu anregen, die Welt eigenständig zu erforschen und zu begreifen.

Remo H. Largo (geb. 1943)
Der bekannte Zürcher Kinderarzt war von 1976 bis 2006 Leiter der Abteilung Entwicklung und Wachstum des Kinderspitals der Universität Zürich. Er ist Autor diverser Bücher.
Aus seinen langjährigen Studien kennt Remo Largo die ganze Bandbreite kindlicher Entwicklung und ist daher der Überzeugung, dass Vergleiche sinnlos sind. Er plädiert dafür, die unterschiedlichen Entwicklungen zu respektieren und ihnen durch individuelle Förderung und Begleitung auch im Schulalltag Rechnung zu tragen.

Jesper Juul (geb. 1948)
Der dänische Psychologe und Therapeut ist Herausgeber der Zeitschrift „Familien“, Autor diverser Bücher und arbeitet als Familientherapeut, unter anderem in Flüchtlingslagern in Bosnien und Kroatien.
Jesper Juul hat sich in seiner Arbeit stark der Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern gewidmet. Er ist der Überzeugung, dass Kinder in jedem Fall lernen und kooperieren wollen. Die besten Voraussetzungen sind gegeben, wenn der Umgang respektvoll und in wirklich gleich berechtigtem Dialog stattfindet. Dazu muss die persönliche Integrität und Individualität der Kinder anerkannt und gewahrt werden. Die Qualität der Beziehung zwischen Lehrern, Eltern und Kindern entscheidet massgeblich darüber, ob Erziehung und Schule gelingen.

Rebeca und Mauricio Wild (geb. 1939/1937)
Die deutsche Pädagogin Rebeca Wild und ihr schweizer Mann Mauricio gründeten 1977 die Pesta-Schule in Ecuador (wo Mauricio aufgewachsen ist), die sie zusammen bis 2005 führten. Gemeinsam unternehmen sie Vortragsreisen in ganz Europa und organisieren Kurse, um ihre Erfahrungen weiterzugeben. Rebeca Wild ist Autorin diverser Bücher über nicht-direktive Erziehung.
In einer vorbereiteten Umgebung sollen die Kinder ihren authentischen Bedürfnissen gemäss aufwachsen. Inmitten einer Fülle von Wahlmöglichkeiten entfalten sie aus eigenem Antrieb ihre Aktivitäten. Der Pädagogik von R. und M. Wild liegt der Respekt vor der Individualität eines jeden Kindes und seinem inneren Entwicklungsplan zugrunde. Sie betonen, wie wichtig es ist, dass ein Kind sich angenommen und geliebt fühlt, denn nur so ist Lernen möglich.

Enja Riegel (geb. 1940)
Leiterin der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden D (1986-2003), Autorin diverser Bücher
Aus einem 150-jährigen Mädchen-Gymnasium machte Enja Riegel eine Modellschule, die sich mit Reformpädagogik auseinander setzte und ins Zentrum des Schulkonzepts das „praktische Lernen“ stellte. Das Lernen verbindet sich hier mit dem Leben, zu dem Musik, Kunst und Theater ebenso gehören, wie handwerkliches Tun, soziale Einsätze, Feste und Rituale.

 

Interessante Texte

Remo Largo


Beziehung kommt vor Erziehung

Beziehung kommt vor Erziehung
Ende Februar in «Das Magazin»: Remo H. Largo
und Martin Beglinger plädieren für eine neue
Schule, die konsequent vom Kind her gedacht ist.
In sieben Thesen. Hier ein Auszug.

 


Um ein Kind aufzuziehen, braucht man ein ganzes Dorf

Um ein Kind aufzuziehen, braucht man ein ganzes Dorf
Das Kind entwickelt sich nicht umso besser, je mehr Zuwendung es erhält. Auch das
Umsorgtsein hat seine Grenzen und bei deren Überschreiten nachteilige Folgen.

 


Remo Largo - Der grosse Beruhiger

Remo Largo – Der grosse Beruhiger
„Schülerjahre“, das neueste Buch von Remo Largo, ist seit wenigen Tagen im Handel.
Es dürfte zum Bestseller werden wie „Babyjahre“ und „Kinderjahre“,
frühere Werke des Zürcher Kinderarztes. Was macht ihn so erfolgreich?
Von Dario Venutti – Tages-Anzeiger vom 3. März 2009.

 

 

Jesper Juul


Das kompetente Kind

Das kompetente Kind
Jesper Juul ist ein dänischer Familientherapeut auf der Basis der Gestalt Therapie, und sein Buch „Das
kompetente Kind“, das erst kürzlich erschienen ist, hat uns ausgesprochen gut gefallen. Vor allem seine
Betonung, dass er keine Eltern kennengelernt habe, die ihre Kinder nicht lieben – aber viele, die es nicht geschafft haben, diese Liebe auch zu leben, seine Differenzierungen Gleichheit und Gleichwürdigkeit sowie seine klare Beschreibung der Machtproblematik machen dieses Buch besonders wertvoll.

 


Konflikte zwischen Kindern

Konflikte zwischen Kindern
Konflikte gehören zum Leben – entscheidend ist die Art und Weise, wie wir damit umgehen.
Jesper Juul.

 


Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein

Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein
Ein gesundes Selbstbewusstsein ist die Grundlage für die Entwicklung von Selbstvertrauen.
Jesper Juul.

 


Teenager in der Familie: die Verantwortung der Kinder

Teenager in der Familie: die Verantwortung der Kinder
Verantwortung für sich selbst zu übernehmen ist ein Lernprozess über viele Jahre.

 

 

Marshall B. Rosenberg

 


Marshall B Rosenberg - Eine Sprache des Mitgefühls

Marshall B Rosenberg – Eine Sprache des Mitgefühls
Durch gewaltfreie Kommunikation können unsere Beziehungen und unser Leben bereichert werden.
Ein Interview mit Marshall B Rosenberg.

 


Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg

Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg
Eine kurze Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation.
Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) ist ein Prozess, der von Dr. Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde. Er ermöglicht es uns Menschen, so miteinander umzugehen, dass der Kommunikationsfluss zwischen ihnen verbessert wird.
Von Peter Schibli – Leiter Primarstufe tags – Oktober 2009.

 

 

Andere Autoren

 


Ich will doch nur spielen - Tanja Stelzer - Die /eit

Ich will doch nur spielen!
Eltern fördern ihre Kinder heute wie nie zuvor – und helfen oft mit Therapien und Medikamenten nach. Aber welchen Preis bezahlen die Kinder für den Erfolg?
Von Tanja Stelzer – 30.7.2009 – aus: DIE ZEIT, 30.07.2009 Nr. 32.

 


Kompetente Erzieher haben kompetente Kinder!

Kompetente Erzieher haben kompetente Kinder!
Wozu erziehen?
Wichtige Aspekte einer entwicklungsfördernden
Erziehung. Wege, wie Erzieherinnen und Erzieher, ob Mütter,
Väter oder Lehrpersonen, dem Ziel einer positiven Erziehung näher kommen können und damit
die kindliche Entwicklung möglichst optimal unterstützen können.
Eltern und Lehrpersonen sollen ermuntert werden, die Herausforderung mit Über-
zeugung, Sicherheit und Freude anzunehmen, Kinder und Jugendliche zu erziehen, sie
kompetent und sicher durchs Leben zu begleiten.
Die Hauptaufgabe der Erziehung und damit der Erzieher besteht darin, den Kindern
behilflich zu sein, ihre Kräfte und Potentiale so zu entwickeln, dass sie sich letztlich selber
helfen lernen. Wer sich selbst zu helfen weiss, wird sich selbst besser akzeptieren, wird
Selbstvertrauen entwickeln und sich als Persönlichkeit positiv entwickeln und entfalten
und so für sich selbst, für die Mit- und Umwelt immer mehr Verantwortung übernehmen
können.
Von Hansheini Fontanive – Fachpsychologe für Kinder- und Jugendpsychologie FSP – 2008.

 


Walter Jäggi - Das meiste lernen wir nicht in der Schule

Walter Jäggi – Das meiste lernen wir nicht in der Schule
Von Walter Jäggi. Tages-Anzeiger 4. Februar 2009.
Zwei Drittel von dem, was wir wissen und können, haben wir nicht in der Schule gelernt. Darüber, wie dies geschieht, wird erstaunlich wenig diskutiert.

 


Primarschule Oktober 2009

Man muss mit dem Käse kochen – nicht mit den Löchern
Jürg Jegge, bekannter Autor des Buches «Dummheit ist lernbar», vergleicht Schule
mit einem Laib Käse: Man darf nicht auf den Schwächen der Jungen herumreiten,
so wenig man mit den Löchern im Käse etwas anfangen kann.

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